Katzenverhalten

Expertentipps

Drei Katzenbabys und eine Katzentoilette

Verstehen Sie Ihre Katze? Wissen Sie, was Ihr Liebling wirklich benötigt, vom richtigen Toilettenstandort über Katzenstreu und katzengerechte Spiele?

Denise Seidl, Expertin für Katzenverhalten und Buchautorin (www.tierpsychologie.at), hat diese Informationen hier für Sie zusammengefasst.

Katzenmutter mit zwei Katzenjungen

1. Katzenverhalten wird durch das mütterliche Vorbild beeinflusst.

Junge Katzen erlernen durch das Beobachten der Mutter ihr Katzenverhalten und so auch den Gebrauch der Katzentoilette und sind durchschnittlich in der fünften bis sechsten Lebenswoche stubenrein. In früher Jugend entsteht auch die Vorliebe für die gewohnte Einstreu, der Ihre Katze oftmals ein Leben lang den Vorzug geben kann. Wechseln Sie dennoch auf eine andere Streusorte ist es möglich, dass Ihre Katze die Benutzung der Toilette verweigert.

2. Wählen Sie die Standorte der Katzentoilette sorgfältig aus!

Auf keinen Fall sollten Sie die Toiletten in unmittelbarer Nähe von Futter-, Trink- oder Schlafplätzen aufstellen, da Katzen solche Orte grundsätzlich rein halten. Einfach und jederzeit zugänglich, jedoch mit einer gewissen Privatsphäre ist ein weiteres Auswahlkriterium, um einen bestmöglichen Standort für das „stille Örtchen“ Ihrer Katze zu finden.

3. Finden Sie die optimale Katzentoilette für Ihre Katze.

Wählen Sie ein Toilettenmodell aus, welches Ihrer Katze ausreichend Bewegungsfreiheit und auch einen Einstieg in angemessener Höhe bietet. Denn je größer die Katzentoilette ist, desto mehr Annehmlichkeit empfindet Ihre Katze bei der Benutzung der Toilette. Entscheiden Sie sich für ein Modell mit Haubenaufsatz muss Ihre Katze darin auch problemlos eine aufrechte Hockhaltung einnehmen können. Die schwingende Tür bei Katzentoiletten mit Aufsatzhaube kann bei Mehrkatzenhaltung zu Rangeleien und Missbehagen führen, wenn zwei Tiere gleichzeitig die Toilette benutzen wollen. Durch das Aushängen der Tür können Sie solchen Problemen vorbeugen.


Katzenbaby vor Katzentoilette

4. Auch Katzen haben Toilettengewohnheiten.

Frei lebende Katzen setzen Kot und Urin an unterschiedlichen Stellen ab und halten dabei einen Abstand von einem bis zu zwanzig Meter ein. Teilen Sie Ihr Heim mit einer Katze, sollten Sie ihr daher zwei Katzentoiletten zur Verfügung stellen. Bei Mehrkatzenhaltung sollten Sie im Sinne des Katzenverhaltens für Toiletten in dementsprechender Anzahl sorgen, je nach individuellen Bedürfnissen Ihrer Tiere.

5. Unsauberkeit ist ein Hilferuf Ihrer Katze!

Benutzt Ihre Katze die Toilette nur selten und werden andere Stellen in der Wohnung als Ausscheidungsorte verwendet, ist dies ein Zeichen für ein gesundheitliches, seelisches oder „umweltbedingtes“ Problem. Lassen Sie zuerst von einem Tierarzt eine Erkrankung als mögliche Ursache ausschließen. Ist Ihre Katze gesund, dann können die Katzentoilette sowie mangelhafte Hygienebedingungen als auch das Lebensumfeld oder psychischer Stress für die Unsauberkeit verantwortlich sein. Suchen Sie rechtzeitig fachlichen Rat eines Verhaltensexperten, bevor das harmonische Miteinander von Mensch und Katze empfindsam gestört wird.

6. Wieso markiert meine Katze?

In freier Natur dient das Markieren mit Harn oder Kot der Verständigung unter Artgenossen und zur Kennzeichnung bestimmter Bereiche im Revier und gehört zum typischen Katzenverhalten. Auch eine kastrierte Wohnungskatze kann in bestimmten Situationen markieren, beispielsweise wenn sich das Tier gestresst oder bedroht fühlt, beziehungsweise Stärke demonstrieren will. Oftmals werden Möbel, Mauerecken, aber ebenso persönliche oder neue Gegenstände des Tierhalters markiert. Hinweis: Das Markieren ist eine natürliche Verhaltensweise von Katzen. Im Gegensatz zur Unsauberkeit wird die Katzentoilette auch weiterhin von den Tieren benutzt.


Katzenbaby in der Schublade einer Kommode

7. Ein begrenztes Revier erfordert von Ihnen eine optimale Raumgestaltung für Ihre Katze.

Wie frei lebende Katzen ihr Revier abschreiten, so sollten Sie auch Ihre Wohnungskatze zur Bewegung in ihrem Lebensraum motivieren. Dies erreichen Sie durch das Einrichten verschiedener Bereiche, wie Ruhe- oder Aktivitätszonen, Klettermöglichkeiten und Aussichtsplätzen, Fress- oder Trinkstellen und geeigneten Toilettenplätzen. Achten Sie darauf, dass Ihre Katze Verhaltensweisen, wie Erkunden, Beobachten, Verstecken und spielerisches Jagen in der Wohnung ausleben kann.

8. Beachten Sie die hohen Hygieneanforderungen Ihrer Katze!

Katzen sind besonders reinliche Tiere, die bis zu 5 Stunden pro Tag für ihre Körper- und Fellpflege aufwenden können. Die tägliche Reinigung der Katzentoiletten von verschmutzter Einstreu gehört daher zu den Aufgaben jedes Katzenhalters. Je nach Benutzung der Toilette durch ein oder mehrere Katzen sollten Sie die Einstreu nach ungefähr 7 Tagen komplett auswechseln. Verwenden Sie keine scharf riechenden Desinfektions- oder Reinigungsmittel, denn diese beleidigen die empfindliche Katzennase und verleiden ihr den Gebrauch der Katzentoilette.

9. Ihre Wohnungskatze benötigt für ihr Wohlbefinden entsprechende Beschäftigung.

Das Spieltraining als Jagdersatz ist die beste Möglichkeit, körperliche und geistige Fitness von Wohnungskatzen ohne Freilauf zu erhalten als auch Langeweile zu verhindern. Das regelmäßige Spiel mit Ihrer Katze stärkt zudem die Bindung zwischen Mensch und Tier. Auch Beziehungskrisen, die beispielsweise durch ein Unsauberkeitsproblem entstanden sind, können durch das geregelte Spiel entschärft werden und wieder ein harmonisches Zusammenleben ermöglichen.


Katzenbabys spielen mit Wasserspender und Holzpuppe

10. Spielen Sie katzengerecht und individuell!

Katzen sind Raubtiere und geben Spielen den Vorzug, wo Beute gejagt und erlegt werden kann. Stimmen Sie spielerische Aktivitäten auf Ihr Tier, sein Wesen und seinen Fitnesszustand ab. Jede Katze hat ihr Lieblingsspiel oder ein bevorzugtes Spielobjekt. Spielen Sie durchschnittlich eine Stunde täglich mit Ihrer Katze, aufgeteilt in kleine Zeiteinheiten von 5-10 Minuten. Nicht nur Federangel und Fellmäuschen sind als Spielsachen beliebt, sondern auch Alltagsgegenstände wie Papierbällchen oder leere Zwirnrollen. Achten Sie bei der Auswahl von Spielobjekten immer darauf, dass diese nicht scharfkantig sind oder von der Katze verschluckt werden könnten.



nach oben