Katzennatur

Was macht unsere Katzen aus?

Egal ob Freilaufkatze oder Stubentiger, die Natur der Katze ist dieselbe. Erfahren Sie hier mehr über Katzen, ihre natürlichen Eigenschaften und was unsere Lieblinge und ihre Katzennatur so besonders macht.

Katzenbaby leckt sich das Maul

Katzennatur: Besonderheit Nr 1

Katzen haben erstaunlich bewegliche, lockere Haut.

Ihre spezielle Hautbeschaffenheit verleiht der Katze allgemeine Geschmeidigkeit und schützt sie vor Verletzungen. Zum Erhalt eines gesunden Hautzustandes benötigt sie eine hohe Zufuhr an Eiweiß (25%-30% des täglichen Eiweißbedarfs benötigen Fell und Haut der Katze), Vitamin A, wie auch essentielle Fettsäuren, die zum Zweck der Imprägnierung der Haut über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Katzennatur: Besonderheit Nr 2

Katzen haben zwei Fellschichten.

Diese Beschaffenheit des Fells sorgt für die Wärmeisolierung der Katze, macht wetterdicht und ist ein allgemeiner Schutz für das Tier. Das Fell besteht aus einem isolierenden Unterfell und dem Oberfell mit langen, dichten, ineinandergreifenden Haaren. Um das Katzenfell in bestmöglichem Zustand zu halten, ist eine hohe Eiweißzufuhr nötig, wie auch eine ausreichende Versorgung an Biotin und Vitamin B7. Eine Unterversorgung an diesen Vitaminen führt bei der Katze zu trockenem und splissigem Fell. Des weiteren sind Vitamin B6 und Kupfer wichtige Bestandteile der Ernährung, um stumpfem, verfilztem Fell vorzubeugen und eine gesunde Fellbeschaffenheit zu erhalten.

Katzennatur: Besonderheit Nr 3

Katzen besitzen selbstreinigendes Fell.

Jedes einzelne Haar der Katze ist mit einander überlappenden Schüppchen überzogen, die die Oberfläche des Fells schmutzabweisend machen.
Um das Fell des Tieres bestmöglich zu schützen (= Erhalt der speziellen Struktur der Schüppchen) und seine Gesundheit zu gewährleisten, sind ebenfalls in Punkt 2 genannte Nahrungsbestandteile essentiell.


Katze liegt auf Sofa

Katzennatur: Besonderheit Nr 4

Katzen haben sehr bewegliche und geschmeidige Körper.

Die Skelettbeschaffenheit der Katze dient ihrer Jägernatur! Verstärkte Muskeln im Schulterbereich ersetzen die verkümmerten Halsknochen der Katze und verschaffen ihr mobilere Vordergliedmaßen. Die Schulterblätter der Katze liegen nicht wie beim Menschen auf ihrem Rücken, sondern auf der Seite. Dieser Körperbau erlaubt ihr z.B. auf Zäunen zu balancieren, da sie eine Pfote direkt vor die andere setzen kann und dadurch in genau einer Linie zu gehen vermag. Durch eine biegsame, flexible Wirbelsäule erlangt die Katze erhöhte Beweglichkeit, die es ihr erlaubt in Höchstgeschwindigkeit zu laufen.Zur idealen Versorgung von Knochen und Zähnen der Katze ist das Calcium-Phosphor Verhältnis in der Ernährung essentiell. Weiters ist Vitamin D ein wichtiger Bestandteil – das sogenannte “Knochen”Vitamin sorgt für die nötige Knochenmineralisierung im Katzenkörper.

Katzennatur: Besonderheit Nr 5

Die Körpermasse einer Katze ist sehr muskulös und fettarm.

Dieser Umstand ermöglicht der Katze in kurzen „Ausbrüchen“ auf höchste Aktivitätsstufe umzuschalten (z.B. bei der Jagd) und in kürzester Zeit enorme Energien freizusetzen.Um seine Muskeln ausreichend zu versorgen, benötigt das Tier hochqualitatives Eiweiß in der Nahrung, wie auch Kalium, das der effektiven Signalübertragung im Nervensystem und somit der schnellen Reaktionszeit dient.

Katzennatur: Besonderheit Nr 6

Das Gebiss und die Zähne der Katze sind speziell an die Fleischernährung angepasst. 

Eine Katze besitzt nur 30 Zähne – was im Verhältnis zu anderen Fleischfressern wenig ist; sie verfügt allerdings auch über einen sehr kurzen Kiefer, der die Kraft des Bisses bündelt und für ihre Beute tödlich macht.
Ihre langen, sensiblen Schneidezähne benötigt die Katze für das Töten der Beute; messerscharfe Reißzähne dienen zum  Zerreißen des Fleisches. Der Katze stehen keine abgeflachten Backenzähne zum Kauen oder zum Zermahlen von z.B. pflanzlicher Nahrung zur Verfügung!
Die Zufuhr von Vitamin A ist bei der Ernährung der Katze wichtig, jedoch ist zu beachten, dass ein Überschuss an dem Vitamin (wie z.B. von zu viel Leber) zu Knochenerkrankungen in Verbindung mit Zahnfleischentzündungen und Zahnverlust führen kann.


Katzenbaby mit aufgerissenem Maul

Katzennatur: Besonderheit Nr 7

Katzen sind absolute Fleischfresser und dürfen nicht vegetarisch ernährt werden!

Im Gegensatz zum menschlichen Speichel, der bereits einen Teil des menschlichen Verdauungsprozesses einleitet, enthält der Speichel der Katze keine Enzyme, um Kohlehydrate zu verdauen. Daher hat die Katze einen verminderten Bedarf an Kohlehydraten in ihrer Nahrung bzw. benötigt sie keine Kohlehydrate für eine vollwertige Ernährung. Sie braucht aber einige Nährstoffe zum Überleben, die ausschließlich in Fleisch vorkommen! Wird sie rein vegetarisch (ohne Nahrungsergänzungsmittel) ernährt, führt dies zu Krankheit und wahrscheinlich zum Tod des Tieres.


Katzennatur: Besonderheit Nr 8

Katzen besitzen einen kurzen Darm.

Dieser Umstand ist ein weiterer eindeutiger Hinweis auf einen Fleischfresser, da mit einem solchen Darm keine pflanzliche Nahrung verdaut werden kann. Pflanzliches Material muss einen längeren Prozess im Darm durchmachen, um vollständig verdaut und verwertet werden zu können. Aus diesem Grund ist Fleisch für die Katze hauptsächlicher Bestandteil einer vollwertigen Ernährung!


Katzennatur: Besonderheit Nr 9

Katzen können weder Salz noch Zucker schmecken.

Die Katze kann keinen (Einfach)Zucker schmecken, daher ist dieser auch kein Bestandteil der natürlichen Ernährung der Katze. Ebenfalls benötigt sie kein zusätzliches Salz in ihrer Ernährung. Allerdings reagiert sie positiv auf den Geschmack von Aminosäuren in der Nahrung, die wiederum Hauptbestandteile von Proteinen sind (z.B. in Fleisch und Milchprodukten).
Bitteren Geschmack verweigert die Katze – ähnlich dem Menschen. Sie reagiert stark auf bitter schmeckende Chemikalien, wie sie z.B. im Gewebe toter Tiere entstehen. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum Katzen Aas ablehnen und sich ausschließlich von Frischfleisch ernähren.
Abgesehen davon, dass die Zunge der Katze als Geschmacksempfänger dient, nutzt das Tier seine Zunge auch als Bürste und „Löffel“. Die rauhe Zunge der Katze lässt sie ihr Fell gründlich „kämmen“ und kann ebenso in Form eines Löffels gewölbt werden, um Flüssigkeiten aufzunehmen.


Katzengesicht mit blauen Augen

Katzennatur: Besonderheit Nr 10

Katzen verfügen über die Augen eines nächtlichen Jägers.

Die großen Augen einer Katze sind mit einer Netzhaut ausgestattet, in der sich Stäbchen-Rezeptoren befinden, die nur schwarz und weiß sehen, die die aber Katze schon beim kleinsten Lichtschimmer etwas sehen lassen – bei totaler Finsternis kann allerdings kein Auge sehen!. Die Dichte an diesen Rezeptoren ist bis zu dreimal so hoch wie beim Menschen. Zusätzlich dazu agiert eine Reflektorschicht (Tapetum) als Bildverstärker. Diese Licht reflektierende Schicht auf der Rückseite des Katzenauges, ruft außerdem die typischen „Katzenaugen“ im Scheinwerferlicht von Autos hervor.
Man nimmt an, dass Farbwahrnehmung für eine Katze, als eher nachtaktives Tier, keine große Bedeutung hat. Sie verfügt auch nur über Farbrezeptoren für blau und grün bzw. gelbe Töne, jedoch fehlen ihr diejenigen für die Wahrnehmung von rot.
Für eine normale Funktion der Augen sind Taurine in der Ernährung der Katze essentiell. Vitamin D spielt für die chemischen Leitbahnen, die das Sehen ermöglichen eine große Rolle. Beide Bestandteile kann eine Katze nicht selbst produzieren und müssen über Fleischnahrung zugeführt werden!


Katzennatur: Besonderheit Nr 11

Katzen sind vom Mensch verhältnismäßig unbeeinflusst, überleben gut in der Wildnis und haben leichte Geburten.

Die Domestizierung hat die Katze gegenüber ihrer Vorfahren nicht radikal verändert (wie z.B. beim Hund). Hauskatzen sind gewöhnlich leistungsfähiger als Hunde und können in der Wildnis gut selbständig überleben.Während einer Geburt erhöht sich der Energiebedarf einer Katze um ca. 75%!! Taurine als Nahrungsbestandteil sind ausgesprochen wichtig zur effizienten Fortpflanzung. Eine Unterversorgung an Taurin führt zu häufiger Fötusresorption (Verlust), Neugeborenen mit zu niedrigem Geburtsgewicht, und niedriger Überlebensrate bzw. Wachstum der Kätzchen. Wie oben beschrieben, können Taurine ausschließlich direkt über die Nahrung aufgenommen werden.


Katzennatur: Besonderheit Nr 12

Einziehbare Krallen kommen nur bei Katzen und Schleichkatzen vor.

Diese Krallen kommen bei beinahe allen Katzenarten (außer dem Gepard) vor und sind normalerweise unter der Haut in der Pfote versteckt. Die Enden der Zehenknochen können sich drehen und die Krallen ausfahren. Sie sind die Hauptjagdwaffe der Katze!


Katzenbaby schleicht sich an

Katzennatur: Besonderheit Nr 13

Katzen verfügen über sehr empfindliche Tastrezeptoren.

Der Körper der Katze ist bedeckt mit empfindlichen Haaren, über die eine Fülle von Informationen aus der Umwelt der Katze transportiert werden. Die sensibelsten Bereiche der Katze sind allerdings Pfoten, Nase und Barthaare.
Die Barthaare helfen der Katze sich auch im dämmrigen Licht zu orientieren und sich zwischen Hindernissen (wie z.B. Bäumen, Zäunen etc) zu bewegen.
Die Pfoten werden im Spiel benutzt, um Oberflächen von Unbekanntem zu erforschen, und um mit der Beute/Nahrung zu hantieren. An ihren Fußgelenken befinden sich spezielle Haare, die Informationen bezüglich des Geländes und ihren eigenen Bewegungen darauf an die Katze weitergeben.
Die Katze ist also sehr sensibel darauf, von den Objekten aus ihrer Umgebung berührt zu werden, um Informationen bezüglich Richtung, Geschwindigkeit und Druckverhältnissen aufzunehmen – vor allem, wenn sie sich z.B. in dicht bewachsener oder hochgelegener Umgebung befindet.

Katzennatur: Besonderheit Nr 14

Katzen haben ein Ultraschall-Gehör.

Die Außenohren der Katze haben eine Trichterform, um Geräusche zu sammeln und zu verstärken, wenn sie ins Innenohr gelangen. Die Katzenohren sind flexibel und können in verschiedene Richtungen justiert werden, um präzise den Ursprung von Geräuschen aus der Umgebung zu orten. Dies hilft der Katze vor allem bei der Lokalisierung von Beutetieren.
Außerdem ist die Katze in der Lage die Ultraschall Geräusche ihrer Beute (haupsächlich Kleinsäuger) wie z.B. quieken oder piepsen zu hören. Ebensogut hört sie aber auch den Menschen!

Katzennatur: Besonderheit Nr 15

Katzen und ihr Revierverhalten

  • Kater nutzen Reviere, die bis zu 10 Mal größer sind als die der weiblichen Katzen im selben Gebiet.
  • Je mehr eine Katze zusätzlich vom Menschen gefüttert wird, desto kleiner werden ihre Reviere.
  • Die Reviere weiblicher Landkatzen sind normalerweise direkt zusammenhängend und überlappen jeweils in einem „Kerngebiet“.
  • Die weiblichen Stadtkatzen haben eher keine überlappenden Reviere und ihren „Kern“ normalerweise in Haus und Garten der Besitzer. In dichtbewohnten Gebieten kann es vorkommen, dass das Revier oft nur noch der Garten des Besitzers ist.
  • In den Revieren der Männchen befinden sich meist einige Weibchen; ein Kater paart sich mit den Weibchen seines Hauptkerngebietes wie auch mit denen anderer Kerngebiete.

Logo des Waltham Center for Pet Nutrition

Alle oben genannten Informationen und Forschungsergebnisse stammen vom international renommierten Institut Waltham, in der Nähe von Cambridge, England.
Erfahren Sie mehr über Heimtierhaltung und Ernährung Ihres Lieblings auf der Website des Waltham Center for Pet Nutrition (WCPN).



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